BDF im Gespräch mit Umweltminister Reinhold Jost

Eine Selbstverständlichkeit war das Treffen zwischen Herrn Minister Reinhold Jost und dem BDF- Saar mit den Vorständen Michael Pfaff (Vertr. der Beamten) und Michael Weber (1. Vors.)  in den Wäldern von St. Ingbert ganz sicher nicht. Daher waren wir umso erfreuter über die Zusage des  saarländischen Ministers für Umwelt- und Verbraucherschutz, mit uns einen rund zweistündigen Spaziergang zu absolvieren.

Bei schönstem Herbstwetter war es uns in erster Linie wichtig, ihm den BDF und uns besser bekannt zu machen und das Thema Forstwirtschaft im Saarland offen zu diskutieren.

Schnell war die anfängliche Anspannung und Aufregung unsererseits abgeklungen und wir stellten fest, dass Herr Minister Jost, von sich aus forstliche Inhalte ansprach, die wir uns selbst auf die Agenda für diesen Termin geschrieben hatten.

Das Betriebsziel 2020 (BZ) für den SaarForst Landesbetrieb war aufgrund der umfassenden Inhalte der Leitfaden des Gespräches. Damit einhergehend war die Kernfrage des BDF, wie es mit der Personalisierung im Betrieb weitergeht. Hier war die Botschaft von Herrn Minister Jost klar: Der SaarForst soll von weiterem Stellenabbau in der Zukunft verschont bleiben.

Weiter erläuterte Herr Jost, dass die Personalplanung und –steuerung seit Inkrafttreten des BZ nach Bedarf und im Rahmen des vorhandenen Stellenbudgets in großer Eigenverantwortlichkeit des Betriebes gestaltet werden kann und in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz weiterentwickelt werde.

Weiter sagte Herr Minister Jost auch, dass es Möglichkeiten gibt, junge Förster/-innen, die bereits ihre Laufbahnprüfung mit einem mindestens befriedigenden Ergebnis abgeschlossen haben, zu übernehmen. Dabei wäre es von Vorteil, wenn sich die jungen Kollegen/-innen ihren Lebensmittelpunkt dauerhaft im Saarland vorstellen könnten.

Auch ein langjähriges Ziel des BDF war die Wiederaufnahme der Anwärterausbildung im Betrieb. Nun läuft dieses Jahr bereits die zweite Runde, mit sogar drei Forstoberinspektoranwärtern an. Diese Ausbildung soll auch weiterhin ein Bestandteil der Personalentwicklung im SaarForst Landesbetrieb sein, so Jost. Denn der „Run“ auf die guten „Forstköpfe“ ist längst im Gang.

Auch die Wiederbesetzungssperre wird den Betrieb in Zukunft nicht mehr belasten. Hier soll bald die Frist verkürzt werden und schließlich komplett entfallen.

Ebenfalls betonte Herr Jost erneut die Festlegung, dass die Einnahmen aus der Windenergie im SaarForst, dem Betrieb zu 100% gutgeschrieben werden.

Dadurch hat der Betrieb bisher geschätzte Mehreinnahmen von rund 1.000.000 Euro. Aber dies stellt keine Einbahnstraße des „Gebens“ dar, sondern, so Jost, verpflichtet sich der Betrieb ab dem Jahr 2020 Geld wieder an den Landeshaushalt zurückzuführen.

Der BDF-Saar unterbreitete im Laufe des Gesprächs auch Botschaften an die politische Führung.

Wichtig für uns war es, Herrn Minister Jost aus der Praxis zu berichten, wo  der Schuh drückt. So verdeutlichten wir u.a. die Doppelbelastung in manchen Revieren durch Ausfall oder Wegfall von Kollegen/innen, die seit mehr als einem Jahr Vertretungen haben und dass hierdurch Einnahmeausfälle verursacht werden.

Auch die Notwendigkeit von gut ausgebildetem, eigenem Forstwirtpersonal wurde erläutert und dessen Unverzichtbarkeit in der Fläche z.B. bei der Holzsortierung, Dimensionierung, Pflege, Einschlag und Aushaltung von Wertholz, Erbringen von Dienstleistungen für  das Land  u.v.m. erklärt. Im Bereich des gehobenen Dienstes hat sich die Personalsituation etwas entspannt. Es ist ein besonderer Verdienst des Umweltministeriums, dass das Land nach einer Zeit von über zwanzig Jahren wieder in die Ausbildung des gehobenen Dienstes in Kooperation mit Rheinland-Pfalz eingestiegen ist.

Es fehlt uns auch ein Bekenntnis zu den jetzigen Reviereinheiten und Größen. Leider ist im Betriebsziel keine Zahl notiert, die uns eine klare Antwort liefert. Wir haben erläutert, dass es hier Diskrepanzen in Bezug auf die Flächen „Im regelmäßigen Betrieb“ gibt und der im BZ erwähnten durchschnittlichen 1500 ha Reviergröße.

In diesem Gespräch haben wir deutlich gemerkt, dass Herr Jost „seinen“ SaarForst sehr gut kennt. Auch viele forstübliche Gepflogenheiten und Fachausdrücke sind ihm geläufig. Wir haben  in diesem Gespräch deutlich gespürt, dass wir ernst genommen werden und auch trotz unserer eher bescheidenen Größe als Betrieb, ein wichtiger Bestandteil des Landes sind.

Am Ende des Gesprächs haben wir Herrn Minister Jost bekräftigt, dass der BDF selbstverständlich seine Kompetenz und sein Engagement in den Fragen um das Thema Forstwirtschaft im Saarland  zur Verfügung stellt und wir uns, auch zukünftig gerne in die Diskussion über die Fortentwicklung des Betriebes mit einbringen würden.

Wir bedanken uns noch einmal ganz herzlich für die Zeit und das Treffen mit Herr Minister Reinhold Jost und freuen uns auf weiterhin gute Zusammenarbeit.

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