BDF-Saar Jahreshauptversammlung vom 24.09.2013

Die diesjährige Jahreshauptversammlung BDF-Saar fand in den Räumlichkeiten des SaarForst Landesbetriebes im Schulungszentrum Eppelborn statt.

Da die Jahreshauptversammlung nur 2 Tage nach der Bundestagswahl stattfand, konnte der 1. Vorsitzende Urban Backes keine Gäste aus der Landespolitik begrüßen. Als Vertreter mit herzlichen Grüßen der Ministerin Rehlinger im Gepäck kam der Leiter der Abt.A des Umweltministeriums, Herr Joachim Jacob. Des weiteren begrüßte der Vorsitzende Herrn Ewald Linn vom dbb saar und tarifunion, sowie den Betriebsleiter des SaarForst Landesbetriebes Herrn Hans-Albert Letter.

Der Vortrag unseres Landesvorsitzenden Urban Backes war mal wieder voll gespickt mit Fakten und spitzen Andeutungen der vergangenen und jetzigen Personalsituation des SaarForst Landesbetriebes. Er verdeutlichte anhand von Grafiken und Zahlen den massiven Stellenabbau seit 1950 im Betrieb. Auch Versprechungen der Politik wurden von ihm Zitiert und prüfend in Frage gestellt. Besonders besorgniserregend fand Backes den Blick in die Zukunft der Personaldecke im Betrieb. Nach wie vor gibt es noch keine festgeschriebene Personaluntergrenze im Saarforst, welcher nicht unterschritten werden dürfte, um den Betrieb langfristig handlungsfähig zu halten.

Schon jetzt sei zu erkennen, dass viele Kollegen unter erhöhtem Stress und Druck erkranken und viele Aufgaben, die das Berufsspektrum eines Försters ausmachen, nicht mehr wahrnehmen können. Auch die Situation der Forstwirte und Forstwirtschaftsmeister lässt zu denken übrig, so Backes. Gerade die Arbeitsgruppe die sich mehr als selber Finanziert und positive Erlöse für den Saarforst erbringen, überalterten langsam und bekommt nur befristeten Nachwuchs. Nicht gerade eine sicherer Zukunft für einen 18 jährigen! Bereits jetzt werden 60% – 70% des Holzeinschlages in den Revieren mit Unternehmern geleistet und viel des Erworbenen Lohnes des Unternehmers gelangt über seine Beschäftigen ins Ausland. Doppelt schlecht fürs Saarland.

Kritisch sah Backes auch den immer größer werdenden Stellenzuwachs in den saarländischen Ministerien und Staatskanzleien. Dies sei eine falsche Richtung die das Land geht.

Herr Jakob begann nach den übermittelten Grüßen mit einer mitgebrachten Botschaft der Ministerin: „Es ist genug Reformiert, sie machen jetzt erstmals so weiter.“ Weiterhin stellte Herr Jacob in Aussicht, dass die 2 Jahresverträge der Forstwirte nach Ablauf verlängert werden sollen. Ab 2018 muss sich der SaarForst neue Gedanken machen, wie er die Personalabgänge durch Verrentung und Pensionierung verkraften kann. Hierfür sollen auch Vorschläge seitens des SaarForst kommen. Die so gut wie beschlossene Installierung des Nationalparks Hochwald-Idarwald wird dem SaarForst personell keine Nachteile bringen, auch sollen die neuen Flächenstilllegungen durch Aufhebung bestehender Naturwaldflächen ausgeglichen werden. Herr Jacob sprach die Leistungen des SaarForst Landesbetriebes beim Ausbau der Windenergie an. Es sei zu prüfen, ob ein teil der Einnahmen als Sachmittel fest im Betrieb verbleiben.

Herr Letter erwähnte zu erst die gute Zusammenarbeit zwischen Ministerium und SaarForst und lobte die Leistung der Mitarbeiter des Betriebes, dass nach der Reform 2012 ein Gewinn von 600.000 Euro erwirtschaftet werden konnte. Diese Ziele wurde u.a. auch durch die Änderung der Umsatzbesteuerung im Betrieb und durch die Trennung von defizitären Unternehmungen erreicht. Weiterhin sollen auch die nicht zum „Kerngeschäft“ gehörenden Bereiche vom SaarForst gelöst bzw. veräußert werden (Immobilien). Auch ihm macht das hohe Gesamtdurchschnittsalter von 48 Jahren Kummer. Wenn sich bis zum Jahr 2020 nichts an der Personaldecke ändert, dann sind die Beamten im Schnitt 56 ½ Jahre und die Forstwirte 51 Jahre alt. Große Chancen sieht Herr Letter mit der Aufstellung von Windkraftanlagen. Hierfür wurde ein neuer Dienstleister im Saarforst installiert.

Herr Linn vom Deutschen Beamtenbund machte deutlich, wieso die Lage u.a. im SaarForst so ist wie sie ist. Das Saarland wird von einer enormen Verschuldung erdrückt. Wenn alleine der Zinssatz der Schuldenzinsen nur um 1% ansteigen würde, wäre das Saarland umgehend Zahlungsunfähig. Ein Personalabbau sei durch die Gewerkschaften nicht zu stoppen. Ohne die Konsolidierungshilfe wäre diese Belastung nicht zu stemmen. Ebenfalls hoch sind die Belastungen der Alterspensionen im Land.

Angesichts dieser Zahlen ist und wird es ein schwieriger Kampf sein und bleiben, den SaarForst zukunftssicher mit entsprechend Personaldrecke aufzustellen.

Nach dem öffentlichen Teil begann der nicht öffentliche Teil der Sitzung. Dieser begann mit der Entlastung des Schatzmeisters Peter Rummel und der Wahl eines neuen Kassenprüfers. Weiterhin sprach Klaus Udenhorst, Vertreter der Ruhestandskollegen, über eine erneute Aktivierung der Seniorenmitglieder und warb um mehr Aktivität unter den Senioren. Anschließend wurde der neue Internetauftritt vom BDF Saar den Mitgliedern vorgestellt.

Vorstand / Schriftführer

 

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