Personalnotstand im SaarForst weitet sich aus

Die Dienstkleidung für Forstwirte (FW)/ Forstwirtschaftsmeister (FWM) geht in die zweite Runde. Vor einem Jahr bekam jeder FW/FWM eine Schnittschutzhose und eine dazu       passende Arbeitsjacke. In diesem Jahr bekam jeder FW/FWM, der mehr als 50 Produktivstunden mit der MS gearbeitet hatte, zwei neue Schnittschutzhosen.

Nur leider können immer weniger FW und FWM die sehr hochwertige Arbeitskleidung tragen. Denn aufgrund der Nichtverlängerung von 7 Zeitverträgen auf Forstwirtebene sinkt die Anzahl der sich selbst finanzierenden Mitarbeiter abermals rapide.

Obendrein kommt noch ein katastrophaler Altersdurchschnitt von über 46 Jahren bei Forstwirten im Landesbetrieb. Bei den Beamten im SaarForst (SFL) sieht es noch schlimmer aus, hier liegt der Altersdurchschnitt aktuell im Jahr 2013 bei 52 Jahren!

Wäre es nicht schlimm genug seinen Berufsstand nach und nach schwinden zu sehen, bekommt man von Seiten des Ministeriums für Umwelt (MfU) dann noch berichtet, dass jeder FW eine Kostenstelle sei und „ab einem Alter von 45 Jahren das Land nur noch Geld kostet“, dann muss man sich fragen, wo die Reise hingeht.

Vielleicht wäre es sinnvoll, sich von Seiten des MfU Gedanken zu machen, wie ein Berufsbild des FW aussieht, der vielleicht nicht mehr mit der Motorsäge arbeiten kann. Denn die Tätigkeit eines FW beschränkt sich nicht nur auf die Holzernte! Hinzu kommt, dass der SFL sechsstellige schwarze Zahlen schreibt. Dieses erwirtschaftete Geld wäre in junge, motivierte FW mehr als sinnvoll investiert. Qualität setzt sich durch!

Die jungen Forstwirtazubis, die im Oktober diesen Jahres ihre Prüfung ablegen werden, müssen übernommen werden. Hier besteht die Hoffnung, auf einen Zweijahresvertrag für diejenigen, die ihre Prüfung besser als 3,0 ablegen werden. Laut Aussage des MfU wird in Zukunft nur noch jede dritte offene Stelle besetzt, die erheblichen Vorleistungen im Bereich der Stelleneinsparungen finden keine Berücksichtigung.

Es können der Bevölkerung politisch nicht auf Dauer große Versprechungen rund um ihren Wald gemacht werden. Irgendwann platzt die Bombe! Nachhaltigkeit hier, Bürgerwald da, Zertifizierung hier, Kontrolle dort, neue Wege da, Umweltbildung auch, Umwelt- und Naturschutz natürlich, Öffentlichkeitsarbeit ganz wichtig, Jagd und Co, Brennholz und Büro… u.s.w.. Wirklich, bestimmt alles im Interesse von uns Waldarbeitern und Förstern, aber wer das alles organisieren, durchführen und bezahlen soll, darüber macht sich wohl keiner Gedanken. Hauptsache das „Grüne Image“ der Parteien kann auf den Schultern des SFL und mit dem Wald aufpoliert werden.

Auf diese Art und Weise kann der SaarForst Landesbetrieb nicht weiter bestehen! Es existiert bereits jetzt eine enorme Überbelastung in allen Revierbereichen. Die letzten Verbliebenen der vorhergehenden Reformen werden nun auch noch „verheizt“.

Der BDF-Saar fordert daher, die Definition und Festlegung einer absoluten Personaluntergrenze. Der aktuelle Personalbestand des SaarForst Landesbetriebes darf hierbei auf gar keinen Fall unterschritten werden.

Der BDF-Saar sieht natürlich die Notwenigkeit von Einsparungen im Landeshaushalt, aber dennoch weiter absolut unverständlich bleibt, dass die wiederholten Personaleinsparungen im Bereich des SaarForstes in den vergangenen Jahren unberücksichtigt bleiben, obwohl der SaarForst seine Personalkosten selbst finanziert.

Und PS: Ein gesunder und intakter Wald, darf vielleicht auch Geld kosten, soll er es uns den wert sein!

Ihr BDF-Saar / Vorstand

 

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